Das Projektmanagement-Institute (PMI) bietet den umfassendsten und weltweit führenden Standard für Projektmanagement an. PMI ist ein Verein, der 1969 in den USA gegründet wurde. Aktuell (Ende 2016) hatte PMI 450.000 Mitglieder, ich selbst bin seit vielen Jahren Mitglied und finde, dass sich das absolut lohnt. Man hat kostenlosen Zugang zu allen Standards des PMI, zu Webinaren und Whitepapers.  PMI ist in sogenannten Chapters organisiert, die lokale Veranstaltungen anbieten. Es gibt ca. 280 Chapters.

Der Standard ist im Form des PMBOK (Project Management – Body of Knowledge) zusammengefasst, diesen gibt es derzeit in 5. Auflage. Es ist am günstigsten, diesen über amazon zu beziehen, da man bei PMI erhebliche Portokosten zu bezahlen hat. Hier der  Link zum PMBOK.

Es gibt allerdings eine Reihe von Darstellungen des PMBOK, die didaktisch besser sind. Hier eine Auswahl:

Anton Zandhuis: Zusammenfassung des PMBOK-Guide (5. Auflage)

Niklas Spitczok von Brisinski: Pragmatisches IT-Projektmanagement: Softwareentwicklungsprojekte auf Basis des PMBOK® Guide führen. 

Thomas Wuttke: Das PMP®-Examen: Die gezielte Prüfungsvorbereitung. 

Der PMBOK Guide ist prozessorientiert, d. h., er sieht Projektmanagement als Zusammenspiel der Ausführung von Geschäftsprozessen. Anhand der Prozesse strukturiert der PMBOK Guide das gesammelte Methodenwissen. Für jeden Prozess werden Input, Output und Werkzeuge und Verfahren beschrieben. Es werden insgesamt 47 Prozesse definiert, die in die folgenden fünf Prozessgruppen eingeordnet werden:

  • Initiierung
  • Ausführung
  • Planung
  • Überwachung und Steuerung
  • Abschluss.

Seit 2012 gibt es eine internationale Norm zum Projektmanagement, die ISO 21500. Zusammenfassend kann man sagen, dass der ISO Standard 21500 weitestgehend mit dem PMBOK 4 konform geht, die Prozesse sind bis auf wenige Details identisch. Wer die ISO 21500 unbedingt selbst besitzen will, kann die mageren 44 Seiten für einen stolzen Preis bei einem der Normeninstitute bestellen: Deutschland, Österreich. Das Geld ist aber besser angelegt, wenn man sich z.B. folgendes Buch kauft: Sean Barton: Fundamentals of Project Management: ISO21500 Explained.

Was ist die Stärke des PMI-Standards? Anders als IPMA, wo auf die Kompetenzen des idealen Projektleiters abgestellt wird, vergleichbar den historisch überholten Ansätzen zur Definition von Führung durch Beschreibung der „idealen Führungskraft“, ist die Definition von Geschäftsprozessen, die Projektmanagement ausmachen ein Ansatz, der dem state-of-the-art des Managements entspricht. Dieses Argument gilt allerdings auch zugunsten von PRINCE2, einem ebenfalls prozessorientierten Standard, der allerdings nur in wenigen Ländern etabliert ist und dessen Prozesse sich erheblich von denen der ISO21500 unterscheiden. Wer sich über PRINCE2 genauer informieren will, hier einige Literaturtipps:

Office of Government Commerce: Erfolgreiche Projekte managen mit PRINCE2 (die offizielle Quelle, allerdings relativ teuer)

Bert Hedeman: Prince2® 2009 Edition – Das Taschenbuch (Best Practice Series).

Insgesamt kann man also festhalten, dass man mit dem Standard von PMI am besten bedient ist, da dieser durch die ISO21500 von einer neutralen und international anerkannten Institution (ISO) deutlich über die anderen Standards gehoben wurde. Überdies sind die Prozessdefinitionen des PMBOK aber auch die reichhaltigste Informationsquelle, wenn man wissen will, was Projektmanagement ausmacht.